
Schulungen im
Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche an den DRK Kliniken Berlin | Westend
Einzelschulung stationär nach Manifestation:
Die Einzelschulung erfolgt unter Berücksichtigung des Lebensalters des Patienten innerhalb der durchschnittlichen 12 Tage nach Manifestation der Erkrankung stationär nach folgenden didaktischen Prinzipien:

Altersgerechte Vermittlung unter Berücksichtigung von entwicklungspsychologischen Grundlagen

so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich

lernen am Modell

aktives Lernen (Übungen, Spiele, Erfahrungen sammeln)

keine Anatomie und Physiologie

Themen müssen handlungs- und alltagsrelevant sein
Die Schulung verfolgt nicht nur das Ziel, Wissen zu vermitteln, sondern auch die Akzeptanz der Erkrankung zu fördern. Dazu sollen in Beratungsgesprächen folgende Ziele erreicht werden:
- Psychische Entlastung
- Abbau von Schuldgefühlen
- Abbau von Ängsten
- Entgegenwirken von negativem Selbstbild und Isolation
Diese Grundprinzipien gelten für alle Altersstufen und auch die Eltern. Mit zunehmendem Alter können den Kindern bzw. Jugendlichen immer differenziertere Inhalte vermittelt werden.
Schulungsthemen: Was ist Diabetes?, Ernährung, Insulin, Spritztechnik, Dosisanpassung, Hyperglykämie, Keton, Hypoglykämie, Glukagon, Stoffwechselkontrollen, Sondersituationen (Sport, Krankheit, Reise)
Zeit: jede Schulungseinheit dauert 45 Minuten
Teilnehmer: Eltern und Kinder / Jugendliche getrennt
Methode: Einzelschulung
Familienschulung stationär nach Manifestation
Die Familie oder andere relevante Betreuungs- und Bezugspersonen werden in die Schulung einbezogen. Bei Kindern im Vor- und Grundschulalter steht die Schulung dieser Personen im Vordergrund. Auf Wunsch der Patienten erfolgt eine Schulung und Beratung anderer Betreuungspersonen (z-B. Schule, Kindergarten, Hort).
Ambulante Schulungen
Auf Wunsch werden auch andere Betreuungspersonen (Lehrer, Erzieher im Kindergarten oder Hort) sowie Mitschüler oder Kinder im Kindergarten oder Hort und zu Einzelaspekten durch die Diabetesberaterin vor Ort geschult. Das Ziel ist eine fachgerechte Information der Mitschüler, Lehrer, Erzieher etc. um einer möglichen Benachteiligung entgegenwirken und auch die Eltern zu entlasten.
Einmal jährlich führen wir für Schulanfänger eine spezielle Schulungswoche zur Vorbereitung auf den Schulbeginn durch. Ziel der Schulungsmaßnahme ist es, die Kinder auf die neue Lebenssituation vorzubereiten. Dazu gehören u.a. Training im altersentsprechend selbstbewussten Umgang mit der Blutzuckerkontrolle und Insulingabe und Sicherheit im Umgang mit Hypoglykämien.
Das Angebot einer Schulung für Jugendliche beim Wechsel von der Grund- in die Oberschule ist für 2009 geplant.
Einzelschulung ambulant im MVZ (themenzentriert)
Das Angebot richtet sich nach dem individuellen Bedarf.
Die Schulung erfolgt mit verschiedenen Schulungsmaterialien und Hilfsmitteln.
Einzelschulung und Familienschulung bei Therapieumstellung (stationär/ambulant)
Meist handelt es sich um eine Schulung zur Umstellung auf eine stärker flexible, mahlzeitenadaptierte intensivierte konventionelle Therapie (ICT) oder auf eine Insulinpumpentherapie (CSII). Geschult werden auch Patienten, bei denen bisher solche Therapieverfahren bereits durchgeführt, aber auf Grund ihres Alters vor allem durch die Eltern/Bezugspersonen umgesetzt wurden, und die nun lernen sollen, diese Therapieformen selber zu beherrschen.
Das Ziel ist die Verbesserung der Stoffwechsellage durch flexible Anpassung des Normal-Insulins an die Nahrung, die Förderung des reflektierten und eigenständigen Umgangs des Patienten mit dem Diabetes, eventuelle Abweichungen vom bisherigen Kostplan sinnvoll in die reguläre Therapie einzubauen, sowie die Auswirkungen auf den Blutzucker kennen zu lernen und daraus Konsequenzen zu ziehen.
Als Schulungsgrundlage dient das "Jugendprogramm". Wenigstens zum ersten Termin sollten auch die Bezugspersonen/Eltern mitkommen. Je jünger die Kinder und Jugendlichen sind, desto wichtiger ist es, auch die Bezugspersonen gut in die Therapieform einzuweisen. Folgende Inhalte sollen vermittelt werden:

Wirkung von Normal- u. Basalinsulin, schnell und langsam wirkende Insulinanaloga.

Zusammenhänge zwischen Nahrungsaufnahme und Insulinwirkung, Nahrungszusammensetzung, "Glykämischer Index"

Training im Abschätzen von Kohlenhydratmengen (KE) (Restaurantspiel) und bei Bedarf im Umgang mit Süßigkeiten und Alkohol

Basis-Bolus-Prinzip (Basisinsulin und "Mahlzeiteninsulin", Verhältnis von Normalinsulin pro Kohlenhydrateinheit, Unterschiedlichkeit der Verteilung bezogen auf Tageszeit, Aktivitäten etc.)

Blutzuckerkorrektur, Zielblutzucker (z.B. 80/120 oder 150 mg/dl), Analog- und Normalinsulin als Korrekturinsulin, "Korrektur-Regel" z.B. 30/50 oder 100 mg/dl über Zielblutzucker, Praktische Übungen

Geräte Praktische Handhabung von Pen und Blutzuckermessgerät

Hyper-, Hypoglykämie

Blutzucker-, Harnzucker- u. Ketonmessung

Notwendige Maßnahmen bei Auftreten von Hyper- u. Hypoglykämie, Keton

Glukagon
Bei der Umstellung auf eine Insulinpumpentherapie wird in 3 Phasen vorgegangen:
- Phase: ambulante Vorbereitungsphase: Vorgespräch mit Eltern und Patient/Patientin durch die Ärztin / den Arzt und Diabetesberaterin. Terminabsprache zum Anlegen einer Pumpe mit physiologischer Kochsalzslösung. Durchführung einer Basisschulung zum Pumpenversuch (Inhalte: Bedienungstasten, Bolusgaben, Basalrateneinstellung, Pumpenstopp, Alarme, Füllen und Einlegen des Reservoirs, Reservoirvolumen einstellen)
- Phase: stationäre Umstellungsphase (4 Tage). Aufnahme des Patienten/der Patientin auf die Station von Donnerstag 9 Uhr bis Freitag 16 Uhr. Schulungsthemen: Praktische Handhabung der Pumpentechnik, Hyperglykämie (Überzucker), Keton, Hypoglykämie (Unterzuckerung), Ernährung, Reise, Krankheit, Sport, Pumpenausfall
- Phase 3: engmaschige ambulante Termine mit täglichem Telefonkontakt zur Basalratenanpassung (poststationär auch samstags und s sonntags). Ambulante Termine alle 4 bis 6 Wochen. Auswertung der Pumpeneinstellung mit Hilfe eines computergestützten Programms, ggf. Überprüfung der Therapie mit Hilfe des Glukosesensors (CGMS, Medtronic MiniMed)










